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Sonntag, 3. April 2016, 03:55

Vater gestorben und Mutter kommt nicht mit klar

Hallo liebes KummerForum,

mein Name ist Maximilian Fuchs und bin 19 Jahre alt. Momentan besuche ich eine Fachschule und lebe mit meinem jüngeren Bruder bei meiner Mutter.

Im September 2015 ist mein Vater gestorben, er war stark depressiv und selbstmordgefährdet. Alles fing bei ihm im Februar 2014 auf der Arbeit an. Dort wurde er von Kollegen und seinem Vorgesetzten gemobbt. Er selbst sprach nie darüber - aber wie mir nach seinem Tod mitgeteilt wurde, sei es einigen außerhalb der Familie aufgefallen wundere mich nur, wieso wir es damals schon nicht bemerkt haben. Im März 2015 war anscheinend alles so schlimm, dass er sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Arbeitskollegen fanden ihn glücklicherweise und konnte versorgt werden. Mir wurde damals mitgeteilt, dass er einen Schlaganfall hatte und deshalb im Krankenhaus sei. Nach mehrmaligen Fragen, da man normalerweise wegen eines Schlaganfalls im Alter von Ende 30 nicht länger als 2 Monate von zu Hause wegbleiben muss, wurde mir zugetragen von meiner Mutter, dass er momentan in einer Psychatrie sei. Diese Psychatrie hat er auch verlassen - aber nicht "geheilt". Sein Verhalten war um 180 Grad gedreht und er selbst nahm auch keine Emotionen anderer mehr wahr. Als er bei uns zu Hause war, hat er sich anscheinend mehrmals versucht das Leben zu nehmen. Mit einem Gürtel meines Opas selbst zu strangulieren und so weiter. Es war die Hölle für mich in dieser Zeit. Ich schlug mehrmals vor Hilfe in Anspruch zu nehmen, doch er (mein Vater) lehnte dies immer wieder ab. Er nahm Tabletten - ich glaube die machten ihn so, wie er war...

Eines Abends standen zwei Polizeibeamten vor der Tür und teilten uns mit, das mein Vater Suizid begannen haben soll. Er sei vor einen Zug gesprungen und entsprechender Personalausweis sei beim Toten gefunden worden. Wir konnten zuerst nicht fassen was passiert war. Uns wurde auch ein Notfallseelsorger zur Seite gestellt. Einen Monat nach diesem Schicksalsschlag sind wir umgezogen und meine Mutter trank eigentlich nur mit meinem Vater Alkohol - keine Sorge: Nicht exzessiv! Zwei oder drei Mal im Monat tranken beide was, was von nun an nicht mehr möglich war. Meine Mutter trinkt nach dem Umzug nun jeden fünften oder siebenten Tag, beginnt zu weinen wenn sie genug intus hat - was sie im nüchternen Zustand nicht macht, also das mit weinen - und redet davon, wie sehr sie ihren Mann, also meinen Vater, doch vermisse. Hört sich die Musik die auf der Beerdigung gespielt wurde an. Sie trinkt dann auch mit anderen zusammen bis in die Morgenstunden hinein (04:00 Uhr beispielsweise). Manchmal beherrscht sie sich aber und trinkt nur ein oder zwei Bier und verhält sich normal.

Ich habe mich bereits ein wenig erkundigt und Psychiater in meiner Umgebung gesucht. Da das Ganze nur als Familientherapie Sinn macht, fragte ich meine Mutter und legte ihr den Zettel mit Psychiatern (Name, Adresse und Telefonnummer) vor. Sie meint im betrunkenen Zustand immer, dass wir einen Psychiater benötigen. Im nüchternen jedoch fallen Aussagen wie, dass wir zu wenig Zeit haben, da mein Bruder und ich die Schule besuchen und sie arbeiten geht. Mir geht es wenn sie trinkt, schlecht. Ich hab anhaltende Magenschmerzen und zittere ständig wenn sie betrunken ist. Sobald sie sich schlafen legt und alles ruhig ist, geht es mir wieder besser. Mein Bruder empfindet dahingehend nichts - keine Magenschmerzen, Unwohlsein oder dergleichen; sagte er so zu mir.
Ist, das ich das ganze so mit meinem Körper fühle, normal und kann ich das irgendwie "ausschalten"? Ich habe ausserdem das Gefühl meine Mutter will sich rausreden zwecks Psychiater... es kann so eben nicht weitergehen... das weiss meine Mutter auch, mein Bruder und ich. Doch was sollen wir machen? Wie kann ich meine Mutter dazu bringen, vom Alkohol wegzukommen und eine Therapie mit uns zu beginnen - meinen Abschluss habe ich dieses Jahr vollständig? Die Sache mit meinem Vater habe ich eigentlich selbst verarbeitet. Rede offen darüber wenn mich wer Fragen sollte - ganz von den Reaktionen abgesehen die ich dann bekomme...

eliott

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Mittwoch, 6. April 2016, 18:31

lieber maxi!

erst mal herzlich wilkommen hier im Forum.
es ist gut dass du hier her gekommen bist um über deine Probleme zu schreiben..
das ist ganz wichtig.
ich habe deinen beitrag gelesen und möchte dir hier antworten...
als erstes möchte ich euch mein aufrichtiges Beileid zum Tod eures vaters aussprechen.
es war bzw ist für euch kinder und für eure Mama sehr schwer den Tod eures geliebten vaters bzw Ehemann zu verkraften...
dass er depressiv und selbstmordgefährdet war hat wohl auch mit den mobbingattaken seiner kollegen aber auch von seinem Chef zu tun...
wieso hat er diesbezüglich nichts unternommen?
es hätte womöglich eine andre lösung gegeben..
wie sehr muss sich die ganze Situation verschlimmert haben dass er sich in seiner verzweifliung die Pulsadern aufgeschnitten hat.
gsd haben ihn die kollegen noch rechtzeitig gefunden und so konnte ihm geholfen werden.
du hast geschrieben wie es möglich war dass andre menschen bemerkt haben was da los ist aber ihr innerhalb der Familie keine anzeichen gesehn habt...
nun es kann ja sein dass er es vor euch gut versteckt hat sodass ihr es nicht bemerkt habt.
das gibt's...leider...
warum man dir nicht gleich die wahheit in bezug auf den gesundheitszustand deinen vater gesagt?wieso musste dir das erst deine mutter mitteilen??
ich denk mal dass die Situation nach der Rückkehr deines vaters aus der psychatrie und der wesensveränderung für die Familie sehr belastend gewesen sein muss.
leider ist dein vorschlag sich helfen zu lassen hat er ja leider nicht angenommen.
er wollte nicht...statt dessen hat er sein leben beendet..für euch als hinterbliebene war das sicher ein grosser schock als die Polizei vor der tür gstanden ist und euch die Nachricht seines todes überbracht hat.
da wird einem der boden unter den füssen weggezogen.
es war gut dass man euch einen notfallseelsorger zur seite gestellt hat mit dem man über das geschehene reden kann.
das ist in so einer Situation ganz wichtig.
dass die betroffenen nicht das gefühl haben nicht allein zu sein in dieser Situation.
meist ist es so dass die leute vom kriseninterventionsteam die betroffenen nur eine gewisse zeit betreuen.
habt ihr von den leuten vom kit Informationen zur weiteren hilfe bekommen?
es wäre wichtig dass die Familie die zeit nach dieser betreueung weiterhin Unterstützung erhält seis von verwandten freunde oder der Familie.
wissen deine Lehrer bzw der Direktor über deine familiäre Situation zuhause bescheid?
hast du seitens der schule Unterstützung bekommen?
gibt's bei euch vielleicht die Möglichkeit mit einem Vertrauenslehrer über die derzeitige Situation zuhause zu sprechen?
er kann hier womöglich weiter helfen.
deine Mama hat in ihrer Verzweiflung angefangen alkohol zu trinken...
es ist aber so dass man mit Alkohol seine Probleme nicht runterspülen kann.
dass diese Situation für dich und deinen bruder sehr belastend ist ist verständlich.
dein vorschlag eine familientherapie anzufangen und einen Termin beim Psychiater auszumachen um das geschehene aufzuarbeiten ist ja sehr gut.
oft ist es auch so dass menschen sich schwer tun hilfe anzunehmen...
deswegen findet deine mama viele gründe wiesos derzeit nicht möglich ist eine Therapie anzufangen.-
die arbeit die schule..
gibt es in eurer Familie oder euren Freundeskreis womöglich jemanden dem deine Mama vertraut und die mit ihr reden könnt darüber---
vielleicht sieht sie ja ein dass es sehr wichtig wäre hilfe anzunehmen um das ganze aufzuarbeiten und in weiterer folge auch mit dem trinken aufzuhören-
falls das nicht der fall sein sollte könnte man sich an ein familienamt oder eine servicestelle für Jugend und Familie wenden und dort um rat und um hilfe bitten..
die mitarbeiter dort haben sehr viel Erfahrung in diesem Bereich wissen was in so einer Situation zu tun ist und können erste schritte einleiten.
denn wie man deinen zeilen entnehmen kann geht dir das ganze sehr nahe und du hast mittlerweile schon gesundheitliche Probleme..
es wäre wichtig dass ihr sobald als möglich professionelle hilfe bekommt.
zu deinen letzten zeilen hätt ich noch eine frage...
du hast geschrieben dass du den Tod deines vaters gut verarbeitet hast und auch darüber reden kannst und antwortest wenn jemand fragt.
aber was meinst du dass seltsame Reaktionen kommen?
jeder mensch hat seine eigene art und weise geschehenes aufzuarbeiten..
das ist ganz wichtig...
da sollte man sich nicht von den Reaktionen andrer menschen irritieren lassen..
falls es doch einmal was gibt worüber du reden möchtest kannst du dich gerne jederzeit bei mir melden...
dafür bin ich ja da...
das sehr hilfreich sein kann.
eine bitte hab ich noch.
wäre es möglich mich am laufenden zu halten??
danke.
lg elli
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" (Erich Kästner)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »eliott« (6. April 2016, 22:23)


eliott

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Mittwoch, 20. April 2016, 19:44

hallo maxi!

es sind schon einige tage seit deinem letzten beitrag vergangen und ich wollte einfach einmal nachfragen wie es dir und deiner Familie geht.
habt ihr schon mit der Trauerarbeit beginnen können?
bekommt ihr diesbezüglich Unterstützung?´
hat sich´deine mama schon dazu aufraffen können um hilfe anzunehmen?oder ist sie no net soweit?
was ist mit der familientherapie?hat sich in dieser hinsicht schon was getan?
vielleicht wunderst dich wieso ich noch mal nachfrag.
nun deine geschichte ist mir sehr nahe gegangen...und es ist mir ein grosses anliegen für menschen denen es nicht gut geht da zu sein und zuzuhören.
ich möchte dir anbieten dass du dich jederzeit melden kannst wenn dir dannach ist.
weisst oft ist es mit aussenstehenden einfacher über seine trauer zu reden als mit der Familie oder freunden.
weil sie das ganze aus einem andren bilckwinkel sehn...
das ist ein ehrlich gemeintes Angebot....
es liegt an dir ob du es annehmen willst oder nicht...
alles liebe elli
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Mittwoch, 27. April 2016, 13:06

hallo maxi!
heute bin ich ins Forum gekommen und hab gehofft dass du dich wieder einmal gemeldet hast.
aber leider is kein beitrag kemman.
wie ich schon gschrieben hab hat mich dein beitrag sehr berührt und so interssiert es mich wie es dir und deiner Familie geht...
weisst du vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit dich weiterhin zu unterstützen.
wenns auch nicht persönlich ist...dann hier im Forum.
das kann sehr hilfreich sein.
allerdings möchte ich mich auf keinen fall dass du denkst dass ich mich aufdrängen will.
das ist hier sicher nicht der fall..
dies ist ein ehrlich gemeintes Angebot.
ob du es annimmst oder nicht bleibt natürlich dir überlassen.
alles liebe elli
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" (Erich Kästner)

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